Dienstag, 23. Juni 2009

Pisa und seine Studenten

Pisa ist nicht nur die Stadt des "Schiefen Turms", des "torre pendente", der Piazza dei Miracoli und der dazugehörigen Touristenströme, sondern auch eine Universitätsstadt. 90 000 Menschen leben in Pisa, 50 000 und damit über die Hälfte sind Studenten. Das fällt sofort auf, wenn man die touristischen Stätten verlässt. Neben einer großen Universität haben auch die Scuola Normale Superiore und die Scuola Superiore Sant'Anna, Elitehochschulen des italienischen Staates, ihren Sitz in Pisa. Die Atmosphäre und Lebendigkeit der Stadt wird von den ca. Studenten geprägt. Auf der anderen Seite führt dies dazu, dass die Stadt, wenn der Unibetrieb ruht, wie ausgestorben wirkt, da der größte Teil der Studenten keine ständigen Pisaner sind. Zur Zeit führt die Zweiteilung der Stadt in Studenten und ständigen Bewohnern allerdings zu Auseinandersetzungen. Die Studenten wollen von den übrigen Einwohnern nicht nur als Quelle von Krach und abendlichen Gelagen auf der Straße gesehen werden. Sie beanspruchen ihren Anteil am sozialen Leben der Stadt und wollen sich nicht nur in ihren studentischen Bereich abdrängen lassen. Der studentische Rat fordert von den Verantwortlichen der Stadt, die legitimen Interessen der Studenten mit Priorität zu verfolgen.

"Wir wollen keine alte Stadt", ist das Motto der Studentenvertretung. Es muss genügend Möglichkeiten und Orte geben, wo die kulturellen Interessen der Studenten zum Ausdruck kommen können.(Vgl. Il Tirreno 12.6.2009)

Donnerstag, 18. Juni 2009

Schengener Abkommen ausgesetzt

Die italienische Zentrale für Tourismus teilt mit, dass die Passkontrollen bei der Einreise nach Italien im Rahmen des G8-Gipfels in L’Aquila wieder eingeführt werden.
Wegen des bevorstehenden G8-Gipfels in L’Aquila vom 8. – 10. Juli und den damit verbundenen Sicherheitsmaßnahmen, wird vom 28. Juni bis 15. Juli das Schengener Abkommen für Ein- und Ausreisen nach bzw. aus Italien aufgehoben. In dieser Zeit müssen sich Reisende darauf einstellen, an den Passkontrollstellen gültige Personalausweise bzw. Reisepässe vorzuzeigen.

Dies berührt auch den Reiseverkehr in Österreich. Betroffen sind in Kärnten die Grenzübergänge auf der A2 bei Thörl-Maglern, der Bundesstraßenübergang Thörl-Maglern, der Nassfeld- und der Plöckenpass. Grenzkontrollen werden zudem in den Zügen nach Italien durchgeführt.
Mit Staus ist in dieser Zeit zu rechnen. "Sowohl der Urlauberreiseverkehr als auch die Transportwirtschaft werden mögliche Staus in Kauf nehmen müssen, aber der Sicherheitsaspekt für Kärnten ist nicht außer Acht zu lassen", sagte ein österreichischer Verkehrsreferent .
Der G8-Gipfel, der ursprünglich auf der sardischen Insel La Maddalena stattfinden sollte, wurde zugunsten der vom Erdbeben zerstörten Region Abruzzen nach L’Aquila verlegt.

Den Beschluss fasste das Kabinett von Regierungschef Silvio Berlusconi in L'Aquila in einer außerordentlichen Sitzung, um ein Regierungsdekret über 8,5 Mrd. Euro für den Wiederaufbau der Region zu billigen.
Berlusconi nannte diese Entscheidung für L'Aquila als Gipfelort "ein positives Signal für die mehr als 60 000 Menschen in den provisorischen Zeltstädten". Damit wäre es möglich 220 Mio. Euro zu sparen. Berlusconi-Kritiker nannten diese Entscheidung eine unbesonnene Effekthascherei.
Das Erdbeben vom 6. April hatte 295 Menschen getötet und Zehntausende obdachlos gemacht. 2008 hatte Berlusconi mit der später aufgegebenen Idee Schlagzeilen gemacht, den Gipfel nach der Müllkrise in Neapel in die Stadt am Vesuv zu legen.

Mittwoch, 17. Juni 2009

Ein großes Feuerwerk hat am 16. Juni die Luminara in Pisa, das Lichterfest für den heiligen Ranieri beedet. An dieses Lichterfest wird man in Pisa noch denken, da im Vorfeld heftig über die Beleuchtung der Palazzi entlang des Arno gestritten wurde. Aber auch das spektakuläre Ende dieses Festes wird in Erinnerung bleiben. Hunderttausende Zuschauer drängten sich an den Verkaufsständen am Ufer des Arno und in der Stadt. Nach Auskunft der Stadtverwaltung leuchteten 88 tausend Lichter, circa 30 tausend mehr als beim letzten Mal. Die antike Stadtmauer war mit Hunderten von Öllampen beleuchtet. Tausende von Schwimmkerzen zogen auf den ruhigen Gewässern des Arno durch die Stadt. Die Nacht des 16. Juni ist dem Schutzheiligen der Stadt Pisa, San Ranieri, gewidmet.
Nicht einmal das Wetter hat versucht, das schöne Fest zu ruinieren. Die so gefürchtete "burrasca di San Ranieri" blieb aus und die Kerzen konnten in Ruhe angezündet werden.
Bis Mitternacht fand in den Straßen der Innenstadt ein großer Markt statt. Buden mit Kunsthandwerk, Essen und Süßigkeiten zogen die Hunderttausende an. Tausende von Touristen waren aus Ihren Hotels an der Versilia-Küste und aus den vielen Ferienhäusern in der Provinz Pisa gekommen. Auch die Vertreter der Partnerstädte Angers und Unna waren eingeladen und genossen das Fest.