Donnerstag, 18. Juni 2009

Schengener Abkommen ausgesetzt

Die italienische Zentrale für Tourismus teilt mit, dass die Passkontrollen bei der Einreise nach Italien im Rahmen des G8-Gipfels in L’Aquila wieder eingeführt werden.
Wegen des bevorstehenden G8-Gipfels in L’Aquila vom 8. – 10. Juli und den damit verbundenen Sicherheitsmaßnahmen, wird vom 28. Juni bis 15. Juli das Schengener Abkommen für Ein- und Ausreisen nach bzw. aus Italien aufgehoben. In dieser Zeit müssen sich Reisende darauf einstellen, an den Passkontrollstellen gültige Personalausweise bzw. Reisepässe vorzuzeigen.

Dies berührt auch den Reiseverkehr in Österreich. Betroffen sind in Kärnten die Grenzübergänge auf der A2 bei Thörl-Maglern, der Bundesstraßenübergang Thörl-Maglern, der Nassfeld- und der Plöckenpass. Grenzkontrollen werden zudem in den Zügen nach Italien durchgeführt.
Mit Staus ist in dieser Zeit zu rechnen. "Sowohl der Urlauberreiseverkehr als auch die Transportwirtschaft werden mögliche Staus in Kauf nehmen müssen, aber der Sicherheitsaspekt für Kärnten ist nicht außer Acht zu lassen", sagte ein österreichischer Verkehrsreferent .
Der G8-Gipfel, der ursprünglich auf der sardischen Insel La Maddalena stattfinden sollte, wurde zugunsten der vom Erdbeben zerstörten Region Abruzzen nach L’Aquila verlegt.

Den Beschluss fasste das Kabinett von Regierungschef Silvio Berlusconi in L'Aquila in einer außerordentlichen Sitzung, um ein Regierungsdekret über 8,5 Mrd. Euro für den Wiederaufbau der Region zu billigen.
Berlusconi nannte diese Entscheidung für L'Aquila als Gipfelort "ein positives Signal für die mehr als 60 000 Menschen in den provisorischen Zeltstädten". Damit wäre es möglich 220 Mio. Euro zu sparen. Berlusconi-Kritiker nannten diese Entscheidung eine unbesonnene Effekthascherei.
Das Erdbeben vom 6. April hatte 295 Menschen getötet und Zehntausende obdachlos gemacht. 2008 hatte Berlusconi mit der später aufgegebenen Idee Schlagzeilen gemacht, den Gipfel nach der Müllkrise in Neapel in die Stadt am Vesuv zu legen.

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