Sonntag, 15. August 2010

Pisa ist über Ferragosto die meistbesuchte Stadt Italiens



Eine Wartezeit von vier Stunden, um auf den Schiefen Turm zu steigen beweist, wie beliebt Pisa auch in diesem Sommer ist. Zu Ferragosto ist Pisa nicht nur das beliebteste Reiseziel in der Toscana, sondern verweist auch Rom auf den zweiten Platz. In der Stadt sind die Touristen überall zu sehen. Nicht einmal das unsichere Wetter mit Regen und Gewitter hält sie zurück. Der Flughafen Galileo Galilei meldet steigende Passagierzahlen und ist auch in diesem Sommer der italienische Flughafen mit den meisten vermieteten Autos. Man muss nur auf die Straße gehen, um die vielen Touristen (in der Mehrzahl Ausländer) in Pisa zu sehen. Nicht nur auf der Piazza dei Miracoli, sondern in allen anderen Teilen Pisas. Im Schnitt muss man nach dem Kauf der Eintrittskarte vier Stunden warten, um den Schiefen Turm besteigen zu können. Obwohl die Studenten in den Ferien sind (sie machen fast 50% der Stadtbevölkerung aus) sind die meisten Geschäfte in diesem Jahr geöffnet. Sie begrüßen die zunehmende Zahl der Touristen, die nicht nur die Piazza dei Miracoli sehen sondern auch das quirlige Leben in der Stadt Pisa genießen wollen. Damit ist ein wichtiges Ziel der Stadt erreicht: die Touristen in die Stadt zu ziehen, die ansonsten nach einem kurzen Stopp am Schiefen Turm weiter gefahren sind und die übrigen Sehenswürdigkeiten nicht beachtet haben. Schön ist es allerdings auch, am Abend aus Pisa in sein schön gelegenes Ferienhaus oder Ferienwohnung zurückzukehren und bei einem guten Glas Wein auf die Olivenhaine der Umgebung zu blicken.

Freitag, 13. August 2010

Kampf um das Läuten der Kichenglocken in Pisa


Die Tageszeitung Il Tirreno berichtete vor einigen Tagen über die Auseinandersetzungen um das Läuten der Kirchenglocken in Pisa.Eine Gruppe der Uaar (Union der rationalen Atheisten und Agnostiker) in Pisa will die Kirchenglocken zum Schweigen bringen. Auch die Glocken des Schiefen Turms sollen verstummen. Sie wollen damit das laizistische, den Religionen neutral gegenüberstehende Prinzip des Staates unterstreichen. Sie schlagen vor, feste Zeiten zu vereinbaren, zu denen die Glocken geläutet werden dürfen. Zu allen anderen Zeiten soll für die Kirchen das gleiche Ruhegebot gelten wie für andere Religionsgemeinschaften.

Ausgelöst wurde diese Forderung von einem Aufruf der Vereinigung der "Freunde Pisas" die Kirchen Pisas am 6. August zu Ehren von San Sisto, dem ersten Heiligen der Stadt läuten zu lassen. Die allgemeine Übereinstimmung der Bürger, die Tradition und die Geschichte lassen sich ihrer Meinung nach nicht durch "demokratische Übertreibung" unterdrücken.

Diese Frage wurde auf nationaler Ebene in Italien schon vor ein paar Jahren diskutiert.

Der Bürgermeister Pisas glaubt deshalb, dass die Frage der Kirchenglocken zur Zeit keine Priorität für die Stadt Pisa hat. Es gäbe andere Ruhestörungen wie den Autoverkehr oder den Lärm nächtlicher Feiern auf den Straßen, um die sich die Stadt in der nächsten Zeit kümmern müsste.


Samstag, 7. August 2010

Nein zu Ölbohrungen im toskanischen Archipel


Wie Il Tirreno am 5. 8. schreibt, gibt es in der Tokana ein breites Bündnis gegen den Plan der australischen Firma Key Petroleum zwischen Pianosa und Montechristo nach Öl zu bohren. Von dem Umweltschiff Goletta Verde bis zum Umweltminister, von den betroffenen Gemeinden bis zu den Touristen: Alle wollen, dass Key Petroleum die Koffer packt und den Archipel der Toscana verschont. Um einen neuen Fall "Deepwater Horizon" zu vermeiden, wird ein Moratorium für alle Tiefseebohrungen im Mittelmeer gefordert.

Schon seit 1999 gibt es einen Antrag für Probebohrungen. Obwohl dieser Antrag noch auf dem Schreibtisch des Umweltministers liegt, wurden erste Untersuchungen schon vorgenommen. Die Gegner befürchten nicht nur die möglich Verschmutzung der unberührten Küsten Pianosas, Montechristos und Elbas, sondern gehen davon aus, dass ca. 630 Quadratkilometer Meer dem allgemeinen Gebrauch entzogen und gesperrt werden. Das wäre ein Gebiet von der vierfachen Größe Elbas, das bis 15 Seemeilen an den geschützen Bereich des toskanischen Archipesl heranreicht.